
Am Anfang waren zwei Menschen, die sich von Herzen liebten. Sie wollten ewig zusammenbleiben, nichts sollte sie jemals trennen.
Alles hatten sie was sie sich erträumt hatten: gute Jobs, eine gute Ehe, zwei wunderbare Söhne.
Am Ende waren sie zwei Menschen, die nur noch nebeneinander herlebten, sich nicht mehr viel zu sagen hatten und keinen Anteil mehr am Leben des anderen nahmen.
Am Ende waren sie zwei Menschen, die sich gegenseitig betrogen und belogen. Keiner der beiden wollte es merken. Oder keiner der beiden wollte es wahrhaben. Und keiner der beiden wollte Anstrengunen unternehmen um das Ruder noch einmal herumzureissen.
Am Ende waren sie zwei Menschen, die sich fremd geworden sind, einander nicht mehr kannten.
Am Ende waren sie Eltern, nach einem Weg suchend, nach den gegenseitigen Kränkungen und Verletzungen halbwegs "normal" miteinander umgehen zu können.
Am Ende waren sie Eltern, die ihren Söhnen das Gefühl geben müssen, dass SIE nichts falsch gemacht haben, für das Scheitern der Eltern nichts dafür können.
Am Ende war eine Frau, die nicht wusste, was sie fühlen soll. Erleichterung? Trauer? Verzweiflung? Freude?
Am Ende war eine Frau, die im Grunde hatte, was sie wollte oder dachte zu wollen.
Am Ende war eine Frau, die sich jetzt einmal sortieren muss und überlegen muss wie es weitergeht.
Am Ende war eine Frau, die immer dachte sie wäre stark und nichts würde sie so schnell umhauen.
Am Ende war eine Frau, die feststellen musste, dass sie schwächer ist als sie dachte.
Am Ende war eine Frau, die sich eingestehen musste, dass sie austauschbar und entbehrlich ist.
Am Ende war eine Frau die tief verletzt wurde. Und das, obwohl sie selbst verletzte und dachte, es wäre ihr gleichgültig, würde so etwas wirklich passieren.
Am Ende war eine Frau, die sich eingestehen musste, viel falsch gemacht zu haben und einen großen Anteil am scheitern zu haben.
Am Ende war eine Frau, die bemerkte, dass da wohl - trotz allem was die letzen Jahre vorgefallen war - noch so etwas wie Liebe im Spiel war.